Impressionen von heute: An dieser Stelle erscheinen Ideen und kleine Geschichten aus dem Alltag.
Banales und Philosophisches hat hier Raum.

4. August

Kollektives Heilen setzt nicht nur ein Anerkennen und Fühlen alter Wunden voraus. Vollständig wird es erst durch angemessene Handlung zur Wiederherstellung des Friedens. Der entscheidende Punkt ist: Was ist angemessen? Inwieweit dürfen wir einzeln und kollektiv Errungenschaften zum Beispiel der Wissenschaft oder wertvolle Güter der Kultur behalten, die unsere Vorfahren durch Verletzungshandlungen bekamen? Und inwieweit wird durch solche Wiederherstellung erneut Unrecht begangen? Im Hinblick auf die historischen Verflechtungen seit hunderten und tausenden von Jahren weltweit: Wieweit reicht die Verantwortung zur Wiederherstellung durch später Geborene zurück? Dürfen zum Beispiel medizinische Erkenntnisse genutzt werden, auch wenn sie auf bestialische Weise gewonnen wurden? Was ist mit dem Land, das vor Generationen indigenen Völkern weggenommen wurde?

3. August

Es entzieht sich vollständig meinem Verständnis, warum Menschen zurzeit Urlaub in Pandemie-Risikogebieten machen müssen - oder wieso sie nicht für einige Tage in Quarantäne müssen hinterher, da die Covid-Tests nicht wirklich zuverlässig sind, wenn sie zu früh gemacht werden. Übrigens: Wenn alle ihre Masken zum Essen im Flugzeug abnehmen, kann gleich ganz auf die Maskenpflicht verzichtet werden ... Und wieso werden nicht Plätze zwischen den Reisenden frei gelassen?

31. Juli

Wenn wir jetzt nicht unseren Lebensstil kollektiv (und also jede*r für sich) umstellen, brauchen wir uns nicht zu wundern, wenn die Krisen sich immer weiter zuspitzen. Wir benehmen uns wie Kinder, die hingefallen sind und sich weigern, wieder aufzustehen.

30. Juli

Was einst Gift war, ist längst Grundvoraussetzung der meisten Lebensformen: Sauerstoff.
Neulich las ich einen Artikel über ein Methan-Loch im Gebiet der Antarktis: Methan, das aus einem Loch einer Gesteins- oder Sediment-Schicht auf dem Grund des Ozeans hervorsprudelt. Sollte sich das Meer zu sehr erwärmen, würden weitere Treibhausgase frei gesetzt. Mit verheerenden Wirkungen für das Klima.
Was können wir angesichts dieser Lage eigentlich sinnvoll tun?
Erstes Ziel muss sein, die Temperatur der Meere zu erhalten.
Sonst sind sämtliche Anstrengungen vergeblich.

23. Juli

Ich habe eine Vision: Wenn alle, die wirklich an Wandel interessiert sind, sich auf den Weg machen und meditieren lernen - dann haben alle positive Auswirkungen davon: Meditation hat auch auf kollektiver Ebene Wirkung, nicht nur auf persönlicher. Je mehr Menschen mitmachen, desto besser die Chancen auf Veränderung zum Positiven für alle. Außerdem wird das Gemeinschafts-Empfinden gestärkt, wenn man zusammen meditiert. Wirklich genial: Je erfahrener Menschen in Meditation werden, desto wirkungsvoller. Das heißt: Menschen können auch im hohen und höchsten Alter für die Gemeinschaft und die Zukunft kommender Generationen beitragen. Gleichzeitig dabei ihr Gefühl, verbunden zu sein, fördern und sich geistig-emotional fit halten. Meditation als Zukunft-Vorsorge.

18. Juli

In Zeiten, in denen schlichte Lügen als ‘Fake-News’ beschönigt werden und technische Möglichkeiten zum Produzieren (beinahe) beliebiger Videos, Audios, Bilder bestehen, brauchen wir dringend die Kompetenz, sehr zuverlässig das Echte vom Falschen zu unterscheiden.
Diese Fähigkeit können wir erwerben, indem wir zunehmend unsere Wahrnehmungsfähigkeit trainieren.
Mit anderen Worten: Es ist Zeit, dass wir uns wieder mehr auf die menschlichen Fähigkeiten statt auf die technischen besinnen.

15. Juli

Zurzeit beobachten wir mehr als je zuvor, wie sehr wir voneinander abhängen und uns wechselseitig beeinflussen. Sowohl individuell als auch kollektiv.
Es gibt Großprojekte, die mehr als die beteiligten Regionen beeinflussen - vor allem langfristig.
Insofern stellt sich die Frage, inwiefern Großbauten, die klima-relevant oder umwelt-relevant sind, nur von den betreffenden Anrainern entschieden werden dürfen, oder ob sie global abgesegnet werden müssten.

12. Juli

Wir müssen nicht nur erkennen, wir müssen auch fühlen.
Fühlen alleine reicht nicht. Wir müssen auch tun.

8. Juli

swapping ist das neue shopping.

In einer Gesellschaft, die sich mehr Gedanken über die Zukunft ihrer Spezies und Umwelt machen muss, als über neue Outfits, ist die Wiederverwendung von brauchbaren Sachen und das Upcyceln mehr als moralische Pflicht. Es ist eine Frage des Überlebens. Vermutlich der jetzt lebenden Erwachsenen, aber was ist mit den Heranwachsenden und deren Kindern? Werden sie genug Ressourcen vorfinden?

Klar gibt es ein Bedürfnis nach neuen Dingen, seien es nun Möbel oder Klamotten. Doch wer aussortiert, hat auch eine Verantwortung für die Wiederverwendung seiner/ihrer Sachen: Mit Kleiderkammern, sozialen Shops, Tauschbörsen gibt es eine ausreichende Infrastruktur online und vor Ort, die zu nutzen nur oft die Initiative und/oder Motivation fehlt. Leider. So werden Dinge entsorgt statt genutzt, die längst nicht verdorben sind.
Auch auf der Seite der Neuanschaffung steht die Verantwortung für das eigene Handeln: Müssen es wirklich Neuwaren sein? Oder könnte man eventuell tauschen? Oder Gebrauchtes erstehen? Je kürzer die Nutzungsphase von Objekten, desto eher sollte man auf bereits existierende Sachen zurück greifen, statt Neuproduktion zu unterstützen.
Ja, das ist ökonomisch erstmal kontraproduktiv in einer Wirtschaft, die ausschließlich auf Wachstum schaut.
Doch diese Wirtschaft wird auf ein ökologisches Maß zusammenschrumpfen müssen, wenn wir uns eine lebenswerte Umwelt erhalten wollen. Und wenn wir unsere Zeit mit Leben füllen wollen statt Konsum.
Dringend brauchen wir neue Orientierung bei der Verwendung unserer Zeit, Sinnfindung, was zunächst einmal bedeutet: Uns finden. Beziehungen aufbauen.
Ebenso dringend brauchen wir eine neue Güterverteilung. Eine, die zum Beispiel freiwillige - nicht nur ehrenamtliche (!) - Tätigkeit für Nachbarschaft, Umwelt, Gemeinschaft etc, honoriert. Und tiefer ansetzt beim Menschsein, das alleine berechtigt, eine faire soziale und wirtschaftliche Teilhabe zu haben.
Wie die nötigen Änderungen aussehen sollen, wird sich im Einzelnen auch am Machbaren orientieren müssen. Doch wir brauchen die klare Ausrichtung darauf, das wir die Änderung wollen.

Soziales, umweltbewusstes Verhalten, Übernahme der persönlichen Verantwortung ist zukunftweisend.
Egoistischer Konsum ist es nicht.

Fazit:
Wer Neues anschaffen will, sollte prüfen: Brauche ich es wirklich? Reicht etwas Gebrauchtes? Wie kann ich meine alten Sachen so weiter geben, dass sie noch genutzt werden? Ist meine Entscheidung gut, auch wenn viele oder alle Menschen sich entsprechend verhalten?

7. Juli

Die Übernahme der Verantwortung von Völkern für ihre Vorfahren beginnt gerade im Bewusstsein der Menschen zu dämmern. Die jüngst begonnene Bewegung zum Umdenken, zum neuen Fühlen, zum Einschließen aller Menschen ist eine Chance vergangenes Unrecht ins Bewusstsein zu holen.
Doch was bedeutet die Übernahme der Verantwortung für Rassismus und Kolonialismus konkret, in Handlung umgesetzt?
Müssten nicht Länder zurück gegeben werden?
Doch was ist mit den Nachfahren derer, die Kontinente und Völker ihres Landes beraubten? Sie sind dort geboren, wo sie leben. Wohin gehören sie?
Wem gehört was?
Und wie weit in der Geschichte müssten wir zurückgehen, um begangenes Unrecht zu bereinigen?
Was ist überhaupt menschenmögliche Wiedergutmachung?
Was können die jetzigen Generationen verlangen?
Das Thema ist sehr komplex.
Doch dort, wo ganze Kontinente den Einheimischen genommen wurden - müsste dort nicht mehr Rückgabe an die Überlebenden oder ihre Nachkommen geschehen? Mehr als ein Anerkennen als gleichberechtigt - was ohnehin selbstverständlich ist oder sein sollte?

5. Juli

Spirituelle Erfahrungen sind so intim, dass wir sie schützen. Und gleichzeitig öffnen sie für uns etwas, das wir unbedingt teilen wollen.

26. Juni

Wie sehr uns Verwundungen und Überlebensstrategien aus der Kindheit (bis zurück zur Geburt und noch weiter) prägen, erfahren wir nur, wenn wir uns entsprechend intensiv mit der Wahrnehmung unserer Muster und Emotionen befassen. Eine Reise ins Innere, die vielleicht nie aufhört. Aber sie sollte uns erkennen lassen, wie stark unser Einfluss vor allem als Erwachsene auf Kinder ist - und damit auf die Zukunft der Menschheit. Haben wir das erkannt, öffnet sich die Tür zu neuem Handeln in der Begegnung und Beziehung zu Kindern und zu allen Menschen. Hoffen wir auf einen neuen Umgang miteinander, der Herzen stark und Handlungen weise macht.

23. Juni

Tiere haben ein Recht auf würdevolle Behandlung.
Sie sind von dem menschlichen Leben nicht getrennt.
Alles, was Menschen ihnen verabreichen - auch Antibiotika, Medikamente ... - landet über den natürlichen Kreislauf (Acker, Grundwasser ...) wieder bei uns.
Gesundheitsgefahren nehmen zu - für uns.

Doch handeln wir entsprechend?
Wen wundert da das Infektionsrisiko in Schlachthöfen und Tierfarmen?

21. Juni

Wendepunkt mit Sonnenfinsternis: Wohin wendet sich unser aller Leben?

18. Juni

Wie geht In-Beziehung-Bleiben und Dialog unter unvereinbaren Positionen - vor allem bei komplexen Themen und Situationen, in denen auch alte Wunden berührt und heftige Emotionen ausgelöst werden?
Dies herauszufinden, ist Aufgabe unserer Zeit.
Jeder ernst gemeinte Versuch ist ein wichtiger Beitrag zur Schaffung einer neuen Kultur.

4. Juni

Hart ist es, Freundschaft riskieren zu müssen, um sich und der Wahrheit treu zu sein.
Leicht ist es, Freunde in einer Meinung zu lassen, die ihnen schadet, um den Frieden zu wahren.
Echter Frieden kann auf diesem bequemen Weg so wenig gedeihen, wie echte Freundschaft.
Wahre Freunde riskieren lieber die Freundschaft, als eine*n Freund*in in ihrem Fehler zu belassen.

3. Juni

Meditation - allein und noch mehr in Gruppen - ist ein Einfallstor für Licht und Bewusstsein in die Welt.

1. Juni

Amazing - zu sehen, wie Initiativen der Krisenzeit zu Ende gehen und dabei doch in neuem Gewand fortgeführt werden. Bereits zum zweiten Mal bin ich jetzt Teil gewesen von solchen wunderbaren Räumen, in denen sich die Teilnehmenden bereit erklärt haben, Verantwortung und Initiative zu übernehmen. Weil sie sich wünschen, dass die Schutzräume für Meditation und Austausch erhalten bleiben. Die neue Atmosphäre ist zu spüren, während gleichzeitig die Grund-Wärme, Vertrauensbasis oder “Energie” erhalten bleibt. Wie eine neue Blüte derselben Blume.

30. Mai

Wie sähe die Welt aus, wenn jede*r Erwachsene vor dem Verzehr tierischer Nahrung einen Hühnerstall und einen Schlachthof besichtigen und ein Praktikum dort machen müsste? Wie würde sich der Konsum von Lebensmitteln verändern? Und wenn dies mehrfach, sagen wir, alle drei Jahre wiederholt werden müsste?

Eine Frage aus einem aktuelleren Kontext:
Wie würde sich die Landschaft der Medikamente verändern, wenn keine Gewinne damit gemacht werden dürften/könnten?
Welche Impfstoffe würden noch produziert, wenn die Firmeninhaber, Manager, Mitarbeiter sowie deren Partner*, Kinder, weitere Familie und Freundeskreis zuerst geimpft würden?
Ich bin keine Gegnerin des Impfens an sich. Aber bitte nur mit verträglichen, verhältnismäßigen und vor allem sinnvollen Impfstoffen. Es gibt sinnvolle Impfungen. Es gibt sinnlose.

Eine dritte Frage: Wie würde sich die Nutzung von Kosmetika ändern, wenn alle Hersteller samt Mitarbeitern, ggf. inklusive Aktieninhabern, und alle Nutzer*innen zuvor Praktika in den Tierversuchslaboren absolvieren müssten? Oder sie regelmäßig wiederholen?

25. Mai

Heftige Emotionen können Kreativität erdrücken. Erst wenn sie sich wieder verziehen, werden Kopf und Herz frei für schöpferische Leistung.

24. Mai

Wieso schauen wir - Menschen unserer Zeit als Kollektiv - eigentlich wie hypnotisiert auf Wirtschaft und Wirtschaftswachstum?
Ist das unsere Angstreaktion im internationalen Nebeneinander? Niedrige Wirtschaftsleistung = alle könnten auf einem herumtrampeln?

23. Mai

Von “Schockstarre” der Konsumenten, die nur bedarfsorientiert einkaufen würden, schreibt eine große Wochenzeitung. Wird gerade ernsthaft kritisiert, dass endlich weniger sinnlos gekauft wird? Den Über-Konsum zurück zu fahren, ist ein erster Schritt zur Besinnung auf das Wesentliche. Über-Konsum - mit Produktion von Wegwerf-Mode aller Preisklassen - wie er sich in den vergangenen Jahrzehnten entwickelt hat, ist sicher kein erhaltens- oder erstrebenswertes Ziel.
Zum Glück wird jetzt weniger konsumiert. Es wurde Zeit. Für unser aller Lebensgrundlage: Der Erde. Sie soll schließlich auch künftige Genrationen lebenswert tragen.
Sicher ist es für viele, die nun ihre Geschäfte schließen oder schrumpfen müssen, bitter. Dass dieser Fall auftreten müsste, war indes lange voraussehbar. Statt zu jammern und alte Zeiten wieder zu beschwören (die gar nicht so lange her sind, sondern eine Fehlentwicklung aus 20 bis 30 Jahren) sollten wir sehen, wie wir eine neue, gesündere also umweltverträglichere und glücklichere Lebensweise hinbekommen. Wir Menschen sind keine Konsumenten, sondern Menschen. Über-Konsum schädigt nicht nur die Natur, sondern zu allererst uns selbst: Es lenkt ab davon, dass wir uns nicht zu beschäftigen wissen, sinnlos fühlen ... Der Weg führt nicht zurück in Wiederbelebung krank machender Verhaltensmuster, sondern dort hinaus, indem wir lernen - individuell und kollektiv - wie es besser gehen kann.
Mit “wir” meine ich nicht nur uns im komfortablen Deutschland, sondern auch unsere Verantwortung in den entstandenen Abhängigkeiten an den Produktionsstandorten. Wie wir auch dort den Menschen bei neuer Ausrichtung ihrer Verdienstmöglichkeiten helfen können, gehört dazu.

21. Mai

Wieso werden eigentlich so viele Menschen bei den derzeitigen Regeln so viel aggressiver als bei anderen Regeln?
Dieselben Menschen, die sich um den Schutz ihrer Privatsphäre und ihre Daten wenig scheren, wenn sie nur die Bequemlichkeit von WhattsApp haben, den vermeintlichen Schutz durch Videokameras auf öffentlichen Plätzen, ereifern sich nun über sinnvolle, vorübergehende Beschränkungen zum Schutz der Allgemeinheit.
Dass das eine mit dem anderen zusammenhängt, wer sieht es?
Je nachdem wo die Angst und die persönliche Komfortzone ist, scheint bei vielen auch das Verhalten und die Meinung zu sein.
Wer sich also jetzt überreglementiert fühlt - obwohl die Mehrheit der Bevölkerung die Regeln akzeptiert und sogar die Lockerung für verfrüht hält, also einen längeren “Shutdown” akzeptiert hätte - sollte sofort bei Whattsapp und datensammelwütigen sozialen Medien austreten. Auf Leistungen von google etc verzichten. Ab sofort nichts mehr posten.

17. Mai

Nerze in Farmen von Virus befallen? Die Nachricht erschreckt mich. Doppelt. Wenn dicht besiedelte Tier-Gehege zum Hotspot für den neuen Covid-Virus werden - dann ist es möglicherweise auch ein Ansteckungsherd für Menschen - mit unabsehbaren Folgen. Doch was mich richtig wütend macht: Die Tiere werden von Menschen ausgebeutet. Unwürdig gehalten, zusammen gepfercht, um getötet zu werden. Ich verstehe Menschen nicht, die so etwas tun können, dort arbeiten, die Tiere massenhaft ermorden. Dass sie nun potentiell gefährlich werden - das ist fast ein Fall von selbst Schuld, Mensch.

Werden wir eines Tages aufhören, unseren Planeten und Tiere auszubeuten?

14. Mai

Seit einer Woche wieder Flugzeuge.
Fallen Sie Ihnen auch so stark auf?

13. Mai

Bald werden die Begrenzungen der Reisefreiheit aufgehoben.
Wie vernünftig werden sich die Menschen zeigen?
Was, wenn Inseln und Strände überlaufen werden?

6. Mai

Resonanz ist eins der wichtigsten Phänomene, auf die wir von klein auf angewiesen sind. Ohne Resonanz verkümmert jedes soziale Wesen. Da ist negative Antwort immer noch besser als keine. Auf der anderen Seite kann Resonanz auch dazu verführen, von etwas überzeugt zu sein, das nicht der Wahrheit entspricht: Nur weil viele Menschen einer Ansicht sind, bedeutet es nicht, dass sie wahr ist.

3. Mai

Die ersten Chöre singen wieder. Ich entscheide mich, noch nicht in Gruppenkontakte zu gehen.
Manche machen einen Plan mit Mundschutz und genauen Standort-Regeln, um genug Abstand zwischen den Mitgliedern zu gewährleisten. Manche diskutieren das Für und Wider. Klar ist: Jde/r* entscheidet für sich. Dabei wird deutlich, wie unterschiedlich die Sichtweisen sind. Von “endlich” und “ohne Bedenken” über “mit Maske ist da zuviel Angst bei” bis hin zu meiner Zurückhaltung reichen die Positionen, die zuvor per Mail ausgetauscht werden.
Verstehen kann ich die meisten. Ob Masken-Tragen allerdings notwendig auf Angst hindeutet, wage ich zu bezweifeln.
Kirchen verzichten indes noch auf Gesang im Gottesdienst.
Fachleute empfehlen ebenfalls den Verzicht, da beim Singen tief eingeatmet werden muss. Was das Risiko der Viren-Verbreitung erhöht. Für die Singenden.

30. April

Seit gestern Maskenpflicht in Schleswig-Holstein.
Das Vermummungsgebot ist die erste Einschränkung, die mich zu einem Grummelmonster macht:
Beim Einkaufen muss ich mir ständig im Gesicht herumfummeln, um kleingedruckte Zutaten studieren zu können. Der Stoff dämpft meine Stimme so stark, dass die Verkäuferin, meine Frage nur mit allerbestem Untertuchlippenlesen und Supergeduld im dritten Anlauf versteht. Im Auto soll ich die Maske absetzen - obwohl ich zur nächsten Station mit Maskenpflicht fahre, keine zehn Minuten? Ich streike und behalte sie auf. Außer den zurzeit bekanntesten Viren gibt es noch andere, zwar harmlosere, aber auch Bakterien - und beides habe ich keine Lust in einer Überdosis ab zu bekommen, weil ich ohnehin andere vor einer wahrscheinlich nicht von mir ausgehenden, aber möglichen Gefahr schützen muss. Diesen Punkt (Autofahren mit Maske) bin ich auch bereit, gerichtlich zu klären. Da ich ausreichend erkennbar bin, sollten meine Chancen dort gut stehen. Ich ärgere mich über dieses Zuviel an Maßnahmen. Es untergräbt die Loyalität zu dem Gesamtvorgehen, das ich bisher in Ordnung fand.

Zweiter Fehler: Gestern erfuhr ich durch die Tageszeitung von drastisch erhöhten Bußgeldern für Verkehrsdelikte. Wo war dazu die öffentliche Diskussion? Vermutlich wie so viele andere Themen in der Krisenzeit untergegangen. Genau solche Entscheidungen sind auch ein Zuviel. Zum einen besteht überhaupt kein Bedarf, bei weit niedrigerem Verkehrsaufkommen als bisher, höhere Bußgelder zu verhängen. Schließlich gibt es dadurch viel weniger Gefährdungssituationen. Zum anderen handelt es sich um ein Thema, das nun wirklich Zeit hatte. Deshalb wäre gerade dabei mehr Transparenz und Bürgerbeteiligung ein gutes Signal - zum Ausgleich für die vielen Beschränkungen, die demokratische Rechte einschränken. Zum anderen um daraus resultierende Befürchtungen einer Aushöhlung der Demokratie abzufedern. Und drittens weil bei den vielen derzeitigen Problemen die Bürger ein Recht haben, dass sich das Parlament mit 100 Prozent Kraft auf die Problemthemen stürzt. Statt Nebensächliches schnell und unbemerkt durchzudrücken.

Ich hoffe sehr, dass Regierung und Parlament darauf achten, bei allen nicht Krisen-dringlichen Themen künftig mehr Bürgerbeteiligung und Öffentlichkeit herzustellen. Genau bei diesen an sich nicht Welt bewegenden Nebenthemen entscheidet sich die Vertrauensfrage!

29. April

Klimawandel schien aus dem Blickfeld vieler geraten zu sein angesichts der Pandemie.
Doch eine ihrer Nebenfolgen: Der Wert der Natur wird wieder erkannt.
Ein anderer: Schnelleres Handeln auf kollektiver Ebene wurde möglich.
Ob das auch den Eisbären helfen wird, wenn die Arktis abschmilzt?

28. April

Was ich mir sehr wünsche, dass wir genau hinschauen, was von dem Alten wir wieder aufbauen wollen - und was durch Neues ersetzt werden kann oder nicht mehr gebraucht wird. Eine neue Kultur des einander Verstehen-Lernens braucht viel Zeit und Raum - dieser sollte wirtschaftlich ermöglicht werden. Zum Beispiel durch bedingungsloses Grundeinkommen. Auch die Verteilung von Gehältern sollte neu ausgerichtet werden: Zum Beispiel die unbeliebten, aber notwendigen Jobs besser bezahlt und die Menschen dafür geschätzt werden. Das Anbieten von Meditations- und Austauschräumen als Gemeinwohl orientiert auch von der Gemeinschaft anerkannt werden. Auch über die Anerkennung von innerer Arbeit als Arbeit sollten wir sprechen.

24. April

Was ist das Neue, das wir kollektiv erfahren wollen und individuell entdecken können?

22. April

Der Wert der Stille - wie ich es heute gehört habe: “Fünf Minuten Stille zusammen, wirkt. Das funktioniert, das ist großartig.” und “Die Stille möchte ich nicht mehr missen.”

21. April

Schade, dass so viele Menschen auf eine Rückkehr in die frühere Betriebsamkeit drängen.
Statt Raum zu lassen für qualitative Besinnung und Änderung.
Wir haben zurzeit die Chance: Zu entscheiden, in welche Zukunft wir wollen. Entscheidungen zu treffen, wie wir uns neu organisieren können - und was wir nicht aufrecht erhalten wollen. Zum Beispiel Firmen, die lediglich der finanziellen Bereicherung einzelner dienen, aber nicht den Menschen und der Umwelt. Zum Beispiel bedingungsloses Grundeinkommen, das schädliche Tätigkeiten überflüssig macht und auch die absichert, die schon vor der Krise nichts hatten. Statt einfach nach dem Gießkannenprinzip Unternehmen zu retten - ohne Gegenleistung für die Gesellschaft zu fordern. Sollte nicht jeder bis zu einem gewissen Grad sein Privatvermögen einsetzen (müssen)? Bevor staatliche Hilfe greift? Sollten wir nicht unterbinden, dass klima-schädliche, umwelt-schädliche Betriebe fortgeführt werden? Wozu auch die Überprüfung fragwürdiger Lieferketten zählen, die sich umweltschädigendes Verhalten auf anderen Kontinenten zunutze machen. Auch die Politik könnten wir langsam umbauen: Hin zu einem kompetenz-orientierten Entscheidungsprozess - durch persönlich integre Menschen.

20. April

Neuerdings haben Essen und schöne Kleinigkeiten bei mir wieder Konjunktur. Vor allem die leckeren Dinge, die gewöhnlich als Luxus angesehen werden. So habe ich heute Marzipan-Aufstrich mit Gold-Sekt hergestellt. Lecker!
Kleine Dinge, die einen erfreuen, gehören in meiner Welt zu dem, was tröstet angesichts globaler oder nationaler Krisen. Auch Verbindung mit der Natur aufnehmen ist ein Beispiel dafür. Da durfte mein Herz heute gleich mehrfach jubeln: Ein Igel lief mir über den Weg - wohl direkt aus dem Winterschlaf. Ein Reiher breitete seine Schwingen aus. Ein Gänsesäger erkundete erstmalig den Teich.

17. April

Empfundene Sinnhaftigkeit ist kein Luxus einzelner. Es ist eine notwendige Basis für eine lebenswerte Zukunft.
Wenn wir keinen Sinn in unserem Tun - insbesondere unserer Arbeit - finden, verödet unser Seelenleben. Mit Folgen für uns und die Menschen um uns. Sind wir dagegen gemäß unseren Seelen-Bedürfnissen eingebunden, werden wir leistungsfähiger und leistungsbereiter. Kreativer und glücklicher. In diesem Sinn ist Glück ein Teil unseres langfristigen Wachstumserfolgs. Anders ausgedrückt: Glück ist Bedingung, nicht Gegensatz oder Alternative zum Wirtschaftswohl.

16. April

Was macht Ihnen Mut? Was spendet euch Kraft und Trost?
Alles, was ihnen und euch dazu einfällt, sollten Sie/ihr jetzt besonders kultivieren und teilen.

Für mich sind es Tiere und Natur. Es macht mir Freude und gibt Zuversicht zu sehen, wie sich Tiere an neue Bedingungen anpassen, Pflanzen bereits zugebauten Raum wieder erobern, sobald mensch sie lässt. Die Kraft des Lebens ist unbändig und es wird weiter gehen. Es ist an uns, wie wir daran Teil haben wollen.

Auch die Kreativität jüngerer Generationen gibt mir Zuversicht: Noch nie waren junge Menschen so engagiert in vielen Bereichen. Zum Beispiel gab es wohl noch nie so viele Jugendliche, die Geschichten und Gedichte geschrieben haben.

Und das Engagement der Alten: Die Berichte über Senioren, die jüngeren Menschen einkaufen helfen, Schutzmasken nähen und verteilen, Spendenaktionen ins Leben rufen sind Beispiele einer Generation, die agiler im Alter ist als je eine Generation vor ihnen - und nicht daran denkt, sich passiv schützen zu lassen, so lange sie aktiv sein kann. Die Vorbilder zeigen, dass es möglich ist, bis ins dreistellige Alter aktiv, zufrieden und selbstständig zu sein.

14. April

Die einen möchten länger innehalten und grundsätzliche Neuerungen dauerhaft ins Alltagsleben, die Gesellschaft und unser Gemeinwesen integrieren.
Die anderen möchten so schnell wie möglich in den alten Alltag zurück. Normalität nennen sie das.

Wie können beide zusammen kommen?

13. April

Was sind die Änderungen in der Gesellschaft, die du auch nach der Krise beibehalten möchtest?
Was ist deine Vision für eine lebenswerte Zukunft?

Manche haben Angst wegen der staatlichen Beschränkungen. Andere haben Angst, sie auszusetzen.
Wie sieht ein Leben der Gemeinschaft aus, das nicht aus Angst erschaffen ist - sondern aus Mitgefühl?

Wie können wir uns grundsätzlich neu organisieren?
Was ist das Beste, das wir aus der derzeitigen “großen Pause” machen können?

10. April

Spaziergang am Strand mit meiner Mutter. Sie sagt: “Ich wundere mich, wo die ganze Kiebitze geblieben sind. Früher waren die überall in Schwärmen.” Ich denke: “Wir müssen nicht erst die Naturvölker ferner Länder fragen, auch bei uns vor der Haustür ist der Schwund der Tiere zu beobachten - in nur einer Lebensspanne.” Wir freuen uns an zwei Bachstelzen. Zwei Brandgänsen. Zwei Schwänen. Zwei Schwalben.

6. April

Bienen habe ich dieses Jahr erst zwei oder drei gesehen. Hummeln vier oder fünf.
Besteht noch Hoffnung auf mehr?
Das erste Braunkehlchen, das ich jemals sah, sang gestern auf einem Zweig - über einem Plastikband, das einen Spielplatz abschirmte.
Zwei Eichhörnchen tollten über meinem Kopf in den Zweigen.
Ein Dompfaff-Pärchen brütete auf Augenhöhe an einem Weg.
Schon lange erobern kleine Blüten meinen Terrassenweg.
Heute tanzen Fledermäuse vor meinem Fenster.
Dass die Natur sich allen Raum zurück erobern kann, daran habe ich keinen Zweifel.
Hoffentlich können Menschen dabei zuschauen.

3. April

Meine erste Stunde Online-Tanzen: Überraschend berührend und intensiv. Danke! Die Erfahrung war überraschend für mich. Zwar hätte ich erwartet, die anderen Teilnehmer* mehr wahrzunehmen. Dafür hatte ich nicht damit gerechnet, dass mir so wenig Platz reicht, um wirklich einzutauchen in die “Wellen”. Fazit: Absolut lohnenswert, aber kein Gemeinschaftsgefühl, dafür umso mehr Raum für meinen persönlichen Prozess.

2. April

Die lange Diskussion um bedingungsloses Grundeinkommen mündet in ein beispielloses Petitions-Verfahren. Als hätten die letzten Jahrzehnte auf diese Zeit der Umwälzung vorbereitet.

Gleichzeitig gibt es eine beispiellose Unterstützung von Selbstständigen, Betrieben, Unternehmen.
Wenn großzügig das Füllhorn ausgeschüttet wird: Warum werden die Begünstigten nicht verpflichtet, ihre frei gewordene Zeit einzusetzen, um über-belastete Menschen abzulösen (soweit es möglich ist)? Oder, wenn sie auch Zeit brauchen, um sich ggf. neu zu orientieren: Einen Teil ihrer Zeit?

Und warum brauchen diese Menschen nicht ihre Rücklagen und Vermögenswerte einzusetzen, um ihren Unterhalt zu finanzieren? Das wird von jedem anderen nicht-arbeitenden Menschen verlangt, der allgemeine Unterstützung von der Gemeinschaft (genannt Hartz IV) haben möchte. Mit dem einzigen Unterschied, dass es hier um bedeutend höhere Leistungen geht.

Dass gerade aktuell nicht viel Zeit für Diskussionen ist, bedeutet nicht, dass die Fragen nicht gestellt werden dürfen.
Sicher brauchen viele der Betroffenen erst einmal Luft, um aus der Existenzangst heraus zu kommen.
Dann aber wird die Frage nach der Begünstigung derer, die ohnehin besser dastehen als viele andere, eine Antwort brauchen. Schon um des sozialen Friedens willen. Dass jetzt einige verdienen, während andere noch schlechtere Chancen haben als bisher. Dass die, die viel Geld verdient haben, jetzt ohne Bedürftigkeit mehr bekommen als andere wirklich Bedürftige. Dass die Gemeinschaft keine Gegenleistung erhält - und Gesundheitsrisiken von einigen schwächeren Bevölkerungsgruppen getragen werden müssen. Das sind Phänomene, die ungerecht erscheinen.
Vermutlich musste angesichts der schieren Masse Betroffener eine pauschale Lösung mit möglichst geringem bürokratischem Aufwand gefunden werden.
Allerdings ist nun, wo eine erste Regelung greift und eine Antragsflut abgearbeitet werden muss, auch Zeit über Nachbesserungen in der Regelung nachzudenken.
Ein allgemeines, zeitlich begrenztes bGE - das am Jahresende in die Steuererklärungen einfließt - wäre die wohl einfachste mögliche Regelung.

1. April

Vom Vermummungsverbot zur Vermummungspflicht: Woran erkennen Bankiers, ob sie es mit einem Kunden oder Räuber zu tun haben? ... Gar nicht. Die Bank-Räume dürfen nicht mehr betreten werden!

29. März

Verzicht - auf alles, was nicht allgemeine Regel sein kann - stellt sich zurzeit als Tugend dar.
Sie wirkt nur, wenn alle mitmachen. Dann aber radikal.
Also: Folgen wir dem Prinzip “nur tun, was wir allen zugestehen können, während wir die Krise bewältigen”.

Die Stimmen, die ein Ende der Beschränkungen fordern, bedienen sich zunehmend aller möglicher Mittel. Die teilweise plausibel klingen. Im Grunde aber darauf hinaus laufen, dass sie möglichst schnell zum business as usual zurückkehren wollen. Wir sollten nicht zulassen, dass Wirtschaftsinteressen das Überleben von Menschen oder das Gemeinwohl dominieren.

Stattdessen sollten wir die kollektive Pause nutzen, um Raum für das Neue zu schaffen, das sich bereits abzeichnet: Menschlichkeit. Nähe. Freundlichkeit.

Und wir sollten die Regionen in den kollektiven Blick nehmen, in denen die Krise weit brisanter ausgetragen wird als bei uns. Nur unsere Wirtschaft retten, reicht nicht.

27. März

Körperlich distanziert öffnen sich Räume von Wärme und Nähe unter Fremden.
Ständig wächst das Angebot an Initiativen des Miteinanders und Füreinanders.
Zurückgeworfen auf das Wesentliche, ist es an uns, schwimmen zu lernen:
Unser Fühlen erzeugt ein neues Feld, aus dem Heilung hervorgeht.

23. März

Chorprobe online: Leider ist die Tontechnik zu schlecht, sodass die meisten die Lust verlieren.
Vielleicht bräuchte es auch andere Formate? Sprechen, Rhythmus ... abwechselnd statt gleichzeitig?
Aber was soll man machen, wenn keine Freude aufkommt?
Erfahrung verdauen, recherchieren - und vielleicht neue Ansätze finden.
Allerdings scheint es bisher wenig erfolgreiche Möglichkeiten gemeinsamen Online-Musizierens zu geben.
Immerhin: Erste Chorleiter bieten die Möglichkeit, unter Anleitung und instrumentaler Begleitung gemeinsam online zu sein, sich wechselseitig zu sehen - aber jeder für sich zu singen.

Mein Fazit: Was wir brauchen, ist eine erstklassige Technik, die das gemeinsame Online-Singen klingen lässt, als wäre man physisch zusammen.

22. März

Zum ersten Mal auch in meiner Hörweite: Menschen, die zur verabredeten Stunde auf ihrem Balkon musizieren.
Die “Ode an die Freude”. Ein Stück, mit dem ich persönlich einige schöne Erinnerungen verbinde - und die ich immer wieder gerne höre und singe.
Auch sonst: Zunehmend werden meine eigenen Angebote zum Zusammenkommen in der Krise konkreter. Und in meinem Umfeld und online entstehen immer mehr.
So füllt sich der Terminkalender - und ich genieße freie Stunden dazwischen.
Noch frage ich mich, wie ich meine jahrelange Übung in selbst-organisierter Zeit für andere nutzbar machen kann.
Auch ist in meinem Kopf ein Projekt “Lachen hält gesund” - Online-Lachyoga.
Am meisten bin ich jedoch daran interessiert, die Dimension der Stille ins bewusste Alltagsleben zu integrieren. Weiterzugeben, wie der Shift des Bewusstseins in Stille gelingt.
Denn aus der Stille entspringt das Neue.
Stille gebiert Energie und Tatkraft.
Das ist meine Überzeugung.
Und immer wieder meine Erfahrung.
Je mehr Menschen bewusst in Stille eintauchen, desto mehr können wir zuversichtlich weiter gehen und vertrauen, dass es eine Lösung gibt. Moment für Moment.

20. März

Nicht nur heute, am Tag des Glücks, werden wir erinnert:
Es gibt Wichtigeres als florierende Wirtschaft!
Ja, eine gewisse wirtschaftliche Absicherung gibt ein Gefühl von Sicherheit.
Doch das, was in den vergangenen Jahrzehnten in unseren Breitengraden als “normal” galt, ist und war weit mehr als bloße Existenzsicherung, mehr als gesunde Absicherung.
Die derzeitige Krise sollte uns auch anregen über gerechte Teilhabe nachzudenken:
Was ist wichtig? Die starke Lobby der Wirtschaft schreit nach Hilfe für die, die ohnehin privilegiert leben konnten - bisher.
Auch deshalb, weil sie genug Menschen fanden, die bereit waren, für sie Arbeiten zu verrichten, die nicht dem Gemeinwohl und der Menschheit, dem Leben dienen.
Die derzeitige Lage können und sollten wir benutzen, um das, was an Struktur-Änderung erzwungen ist, zu behalten, was letztlich dem Leben und uns Menschen dient. Und nur das wieder aufzubauen, was dem Leben, uns Menschen, der Umwelt dient.
Diese Sortierung ist möglich, indem keine pauschale Unterstützung gegeben wird, sondern eine inhaltlich sinnvolle.
Gleichzeitig sollten wir aufhören, unseren Standard am Bruttoinlandsprodukt zu messen.
Das führt nur dazu, dass Menschen unglücklich werden, die zwar Millionen verlieren - aber immer noch genug haben, um sich ein kleines Haus zu leisten und eine sechsstellige Reserve auf dem Konto haben.
Auf der anderen Seite sind Menschen, die nicht einmal ein Dach über dem Kopf haben.
Wie wäre es, ein paar von den Museen umzufunktionieren in Wohnraum?
Wie wäre es eine Kultur des Helfens und des sozialen Miteinanders über die Krisenzeit hinaus zu kultivieren:
Nicht Geiz ist geil, sondern Freundlichkeit, gegenseitiges Unterstützen, kreatives Schaffen neuer Wege.
In diesem Sinne: Bleibt gesund und glücklich!

19. März

Ein Mann scheint Geld zu zählen, bevor er den Supermarkt betritt.
Kurz taucht ein Impuls auf, ihn zu fragen, ob er Geld braucht.
Doch ich gehe weiter.
Verstaue meinen Einkauf. Bringe den Einkaufswagen weg.
Der Mann ist bei seinem Fahrrad. Offenbar will er wegfahren?
Ich steige in mein Auto. Wäre es besser gewesen, ihn anzusprechen?
Als ich den Schlüssel im Zündschloss drehe, sehe ich den Mann wieder. Er klaubt Zigarettenstummel auf einem Aschenbecher vom Papierkorb.
Ich schaue genauer hin.
Seine Sachen sind robust, aber schäbig verpackt in Plastiktüten und alte Taschen und einen kleinen Rucksack, der auch schon einiges mitgemacht hat.
Er geht von Papierkorb zu Papierkorb.
Ich habe das Bedürfnis, meinen ursprünglichen Plan umzusetzen. Steige aus und gehe hin.
Ob ich ihm etwas Geld schenken darf?
Wir sehen uns in die Augen.
Ja, aber warum? Mehrfach fragt er nach, ob er mir etwas wegnimmt.
Ich verneine.
Schließlich nimmt er den kleinen Schein.
Mit Dank verabschieden wir uns.
Im Auto schießen mir Tränen ins Gesicht. Fassungslosigkeit macht sich in mir breit.
Wie kann es sein, dass Menschen nicht einmal ein Minimum von der Gemeinschaft bekommen?

18. März

Physische Treffen sind schöner als nur digitale.
Nach diesem Motto hatte ich manchmal einen digitalen Überdruss ...
... bis vor wenigen Tagen:
Seitdem bin ich dankbar für mein digitales Netz, das mir Sozialkontakte ermöglicht
und Informationen zur Verfügung stellt ...

15. März

Was ist das beste, das ich zurzeit zur Lösung der Krise beitragen kann?
Das ist die Frage, die zur kollektiven Lösung führt, wenn sie sich genug Menschen stellen.
Im Bezug auf das Wohl aller, Lernen, was wichtig ist und was verzichtbar, auf neue Wege schauen - dadurch kann sich ein neues Miteinander einstellen.
Zumindest einige Faktoren sind zudem auch für die Individuen förderlich, die sich ausrichten auf:
- gemeinsam sein
- andere wohlwollend im Blick haben
- sich besinnen aufs Wesentliche
- Chancen für Neuerung
- Potentialentfaltung

9. März

Mich erschrecken die Bilder von der EU-Grenze.
Sind unsere Herzen so abgeschottet?

6. März

Charmant: Für unmöglich gehalten hatte ich, dass ein Veranstalter eines literarischen Wettbewerbs Beiträge nach seiner Frist noch annimmt ... umso überraschter war ich neulich, als ich eine Mail erhielt, die zwei Tage Verspätung seien kein Problem ... Danke!

5. März

Wenn Angst grassiert ...
... braucht es viel Aufmerksamkeit, wie wir uns verhalten.
Beispiel Hamster-Käufe: Wieviel Vorratshaltung ist sinnvoll. Und was ist ein Zuviel? Was ist in Ordnung. Und was ist eine pure Angstreaktion?

20. Februar

Das Gute an Menschen, die Außergewöhnliches erreichen, ist, dass sie uns aus unseren (kollektiven) beschränkenden Überzeugungen lösen, was möglich ist.

16. Februar

Jeder gelöste Konflikt ist ein guter Konflikt.
Wenn endlich ein “Knoten” in einer lang dauernden Auseinandersetzung aufgeht und eine persönliche Unverträglichkeit zwischen zwei oder mehr Menschen auf gute Weise wegfällt, breitet sich in allen beteiligten Individuen (und manchmal auch in ihrer Umgebung) eine Erleichterung aus.
Raum für Neues ist entstanden.

Ähnlich ist es auch mit inneren Konflikten aus der Vergangenheit: Wenn wir sie er-lösen konnten, wird plötzlich Energie frei. Und die Welt wirkt ein bisschen heller und freundlicher.

12. Februar

Was bedeutet Privatsphäre im digitalen Zeitalter? Im digitalen Zeitalter des Datensammelns, Datenhandels, Datenverknüpfens?
Ist Privatsphäre mehr als eine Illusion, wenn Satelliten kleinste Ausschnitte der Erde detailgetreu heranzoomen können, freiwillig alles Private in Großdatensammlers Hände wie beliebte Social Media füttern, alles fotografieren, posten, verbreiten?
Sicher ist es ohne Bedeutung, wenn Arno Nym um 9.14.59 Uhr regelmäßig ein Stück Schokotorte mit Senf isst. Aber wenn jeder Snack, jede Bewegung, jede Verweildauer einer Mehrheit der Bevölkerung zugänglich ist. Wenn die Social Media-Daten demselben Betreiber zugeflüstert werden wie die Sprachnachrichten in allen Telefon-Gruppen - wenn absolut alles detailgetreu zusammengetragen wird, nur weil alle gerne Aufmerksamkeit haben möchten:
Dann ist eben auch alles konserviert und bekommt Aufmerksamkeit, die nie beabsichtigt war.
Und bestens genutzt werden kann - zu Manipulation, Beeinflussung, Überwachung.

Schade, dass das Bewusstsein und die Achtsamkeit der Menschen seit den 80ern nicht mit der technologischen Möglichkeit gewachsen ist.

10. Februar

Ketten und Armbänder aus Plastikmüll. Spielzeug-Motorräder aus Getränkeverpackungen, Taschen aus Tetrapacks ... erstaunlich, was kreative Geister mit Müll anzufangen wissen. Wie aus Schrott Kunsthandwerk, Spielzeug und Schmuck wird.
Aber wieviele Armbänder, Ketten, Taschen brauchen wir?!
Es führt kein Weg daran vorbei, dass lediglich vermeiden oder wenigstens Reduzieren vom Müll-Produzieren hilft.
Doch was nützt das eigentlich im Kontext der Überproduktion von allem?

Auch in vielen anderen Bereichen wird mehr produziert als wahrgenommen werden kann - so viele kreative Impulse, schönes Handwerk, Designer, Köche, Autoren, Musiker, Kleinkünstler ... vermutlich wie noch nie zuvor.

Und alle wollen ihr Publikum.
Ja, sollten ihr Publikum haben.
Doch wer hört zu? in der Ruhe, Muße, Tiefe, die ein guter Künstler (egal welchen Geschlechts) verdient.

7. Februar

Wer mit Flugscham und sonstigem Klimaschutz kommt, sollte auch bedenken, dass es nichts nützt, wenn weniger Menschen fliegen - solange die Flugzeuge weiter fliegen.
Nur radikale Reduzierung der Flüge kann etwas zum Klimaschutz beitragen.
Das bedeutet auch: Abbau sehr vieler beteiligter Arbeitsplätze.

Das ist wie mit Kampagnen gegen’s Rauchen: Gleichzeitig Werbung dafür zulassen und Steuern abkassieren ist ein Widerspruch zur Aussage.

4. Februar

Kommen wir darum herum, einfach nicht mehr zu konsumieren - als das, was wir wirklich brauchen?
Kommen wir um eine Phase herum, in der nichts mehr ist, wie wir es kannten?
Kommen wir darum herum, menschlich zu werden und uns Güter zu teilen nach Bedürfnis und Brauchen - ohne Geld?

1. Februar

Was ist Glück, happiness?
Eine der grundlegenden Menschheitsfragen.
In der Wissenschaft wird mittlerweile zwischen zwischen Glück und Bedeutung (meaningful life) unterschieden.
Ein bedeutungsvolles Leben macht sicher langfristig glücklich(er). Und sich-glücklich-fühlen ist sicher eine gute Basis, ein bedeutungsvolles Leben zu führen.
Doch was gewinnen wir eigentlich mit dieser Unterscheidung?
Auch was “meaningful” ist, ist subjektiv, an das persönliche Wertesystem gebunden, an die Möglichkeiten einer Situation, Einstellungen, Glaubenssätze.
Bei beidem geht es um das innere Erleben, etwas, das nicht von außen bestimmt werden kann.

19. Januar

Wie kommt es, dass sich ganze Gruppen von einzelnen tyrannisieren lassen? Sei es eine Klasse oder Schule, die von wenigen gewalttätigen Schülern bedroht wird. Sei es “damals im wilden Westen”, als einzelne Gewalttäter ein ganzes Dorf in Angst und Schrecken versetzen konnte. Sei es im globalen Maßstab, wo die Menschen eigentlich friedlich und ehrlich zusammen leben wollen. Aber doch den wenigen Krieg treibenden ausgeliefert zu sein scheinen?

14. Januar

Werbebotschaften weisen zunehmend auf “Klimafreundlichkeit” von Firmen und Produkten hin ...
... um Kunden für Produkte zu werben, die sie gar nicht brauchen - wenn sie sich denn nachhaltig verhalten würden. Denn dann würden sie vorhandene Dinge einfach länger nutzen oder mit anderen tauschen.
Beispiele sind die Modebranche oder Automobil-Industrie.
Aber auch bei Möbeln, Deko-Artikeln ... gilt:
Wirklich klima- und umweltfreundlich ist eine Ausschöpfung der tatsächlichen Lebensdauer der Sachen.
Die Überproduktion in allen Bereichen lässt uns noch mal ersticken, wenn wir so weiter machen!

Alternative wäre zum Beispiel:
Das Internet kreativ nutzen - und neues Design dort präsentieren. Produktion erst bei Bedarf.
Bei Büchern zum Beispiel gibt es längst die Möglichkeit des Drucks auf Anforderung.
Warum dieses Verfahren nicht auch in anderen Bereichen anwenden?

10. Januar

Gesegnet ist, wer seinen Platz gefunden hat und ausfüllt.

9. Januar

Solange Geld Unveräußerliches kaufen kann, wird sich nichts ändern.

8. Januar

Australien brennt - unwiderbringlich all die Wälder, Tiere, Vielfalt. Von den Menschen gar nicht erst zu reden.
Wie lange wird es dauern? Was können wir tun?
Australien ist wie ein einzigartiges Biotop besonderer Arten. Es sollte als Ganzes zum Weltnaturerbe erklärt werden.
Australien - ein Brennpunkt der Geschichte. Was es alles wiedergutzumachen gilt!
Australien - ein Dschungel der Politik: Muss wirklich weiterer Kohlebergbau sein? Und wer verdient daran?

7. Januar

Ich wünsche mir, dass sich die verschiedenen spirituellen Richtungen zusammen tun und gemeinsam meditieren - sich auf Gemeinsamkeit besinnen.

6. Januar

Fähigkeiten, die zunehmend wichtig werden:
Innere Ruhe, Stille wahrnehmen, Zuhören, Fokus behalten, Neues ausprobieren, Entscheidungen treffen im Unbekannten und Improvisieren

5. Januar

Diesen Winter vermisse ich den Schnee.
Falls er noch kommt: Werde ich ihn begrüßen?

4. Januar

Neues Blatt, neue Chance: Ein Jahreswechsel ist wie ein Reset-button, mit dem ein neuer Zyklus eingeläutet wird.

3. Januar 2020

Ein segensreiches Jahr in Freude wünsche ich!

 

 

 

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