Wie gehen wir eigentlich ins Morgen? Wie gehen wir miteinander?
Hier stelle ich kreative Ideen vor - nicht nur meine eigenen, sondern auch solche, die ich von anderen habe. Menschen, die selbst nicht auf die Idee kommen, ihre Produkte, Werke, ... öffentlich zu zeigen. Deren Verbeitung mir aber am Herzen liegt.

Regen, Regen, Wind: Aus für Schirmchen muss nicht sein - wird als Tasche wieder neu

Gerade Nordlichter können ein Lied davon singen: Wind macht oft jeglichen Wunsch nach Schutz vor Regen zunichte, spielt einfach unseren neuen Schirm kaputt! Die traurigen Reste landen dann meist im nächsten Mülleimer. Doch das muss nicht sein!
Reiselustige, vor allem die, die mit Backpack unterwegs sind, kennen die Schwierigkeit, sich im Reisekoffer respektive Rucksack zurechtzufinden. Und wer nicht den ganzen Urlaub in einem Quartier verbringt, weiß nicht, wohin mit den bereits getragenen Klamotten. Doch es muss nicht sein, einfach nur zu hoffen, dass die sauberen nicht vollgestunken werden: Wunderbar leichte, wasserfeste Beutel, gerade die richtige Größe, um die Klamotten für einen Tag hinein zu tun, können aus dem Stoff eines Regenschirms genäht werden.
Auch Schuhbeutel. Tragetaschen für kleine Ordner im DIN A4 Format sowie Tragetaschen für Meditationskissen können daraus genäht werden.
So erleben die einstigen Regenschirm-Ruinen eine neue Welt, in der sie nützlich und schön sein können.

Diese Idee aus der Rubrik Upcycling stammt von Jutta L., die Regenschirm-Beutel und -Taschen seit Jahren für sich und andere herstellt.
Auf dem Foto sind zwei davon zu sehen. Danke für die Idee, die viele Arbeit und die Taschen!

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Kalenderblatt wendet sich und windet sich bis die Post abgehen kann

Jahr für Jahr dasselbe: Die bewunderten bunten Blätter des Kalenders sind nutzlos geworden. Meine Lieblingsstrategie ist in diesem Fall ja Müllvermeiden durch Nicht-Anschaffen. Aber wenn denn doch so ein Exemplar den Weg zu mir gefunden hat, was tun? Einfach Altpapier? Eine Freundin, M., hat mir gezeigt, wie sie aus alten Kalenderblättern Briefumschläge faltet. So entstehen wunderschöne, individuelle Hüllen - für Briefe, Gutscheine, CDs ... Und es geht ganz einfach: Einen (gebrauchten) Umschlag (in der gewünschten Größe) als Muster vorsichtig so auseinander nehmen, dass sein Grundriss entsteht. Diesen auf das Kalenderblatt legen, die Umrisse zeichnen. Ausschneiden, falten, an den überschneidenden Kanten mit einem Klebestift zusammen kleben. Wenn man das Prinzip erst einmal begriffen hat, kann man sich auch Umschläge in beliebigen Formaten selbst überlegen. Tipp: Auch Geschenkpapier eignet sich dazu, es in Umschläge zu verwandeln. Achtung: Die Post akzeptiert die Umschläge nicht unbedingt - wenn postalische Beförderung beabsichtigt ist, also unbedingt an einem Schalter abgeben und nachfragen.

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Blinddate mit Gemüse

Eine Idee vom veganen Kochclub: Reihum fungiert eine/r als Gastgeberin. Sie serviert Tee und stellt Gewürze sowie andere “Grundzutaten” des Kochens zur Verfügung wie zB Zucker, Essig, Öl... Die anderen bringen ein Gemüse oder Obst mit. Aus den vorhandenen Zutaten werden gemeinsam spontan Rezepte kreiert! Regt Kreativität an, macht Spaß und ist lecker... Statt sich aufs Zusammenpassen der mitgebrachten Zutaten ganz zu verlassen, kann auch ein Thema vereinbart werden, zB “indisch”, “Gemüsepfanne”, “Tapas - jede bereitet eine Kleinigkeit vor”. Viel Spaß beim Rezeptperimentieren!

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Idea-sharing

Kennen Sie das: Mitten im Flow, ein Projekt ist noch in der Vollendungsphase und es sprudeln schon wieder neue hervor? Oder Sie haben eine brillante Idee und nicht die geringste Ahnung, wie sie sie umsetzen können? Keine Kapazität frei. Aber vielleicht kennen Sie jemanden, der oder die genau der/die Richtige für das Projekt wäre? Wie oft haben Sie danach gehandelt und Ihre Idee weiter gegeben? Ich plädiere für die Einrichtung einer Idea-sharing-Börse.

 

Plastik-Taschen

Aus alten Plastiktüten können sehr einfach witzige Taschen gemacht werden. Dazu nötig sind mehrer Lagen Tüten, ein altes Bügeleisen (das nicht mehr für Klamotten gebraucht wird) und Näh-Skills. Aber Achtung: Beim Eindampfen der Tüten, die dann zu einem dicken Blatt verschmelzen, entstehen giftige Dämpfe. Daher kann allenfalls draußen bei trockenem Wetter gearbeitet werden - und auch dann nur mit Atemschutz! Aus diesem Grund belasse ich es hier auch bei der Grundidee, kann aber nicht wirklich zur Umsetzung raten. Wie immer gilt: Das beste Upcycling ist die Müllvermeidung.

 

Handy-Fasten

Weniger ist manchmal mehr: Eine Zeit lang ganz aufs Handy verzichten, bringt Aufschluss, ob wir handysüchtig oder handyabhängig sind. Nur einmal täglich Zeit einräumen für die Kommunikation via Handy, erhöht die Lebensqualität. Dem Gespräch mit dem real life Gegenüber dem Blick aufs kleine Gerät vorziehen. Alte Kommunikationskanäle wieder entdecken. Wenn wir keine Umwelt haben, in der wir leben können, ist es zu spät. Deswegen sollten wir uns jetzt um ihren Schutz bemühen.  Wenn wir die Umwelt, in der wir leben, nicht wahrnehmen, haben wir sie dann verdient?

 

Lebensmittel retten

Mich freuen die Aktionen zur sinnvollen Verwendung überschüssiger Lebensmittel. Dass es mittlerweile die “too good to go”- Aktion gibt, die jedem den Kauf von übrig bleibenden Lebensmitteln ermöglicht, ist wirklich ein win-win-Beitrag zum Umweltschutz.
Vor rund 40 Jahren war es übrigens völlig normal, dass Bäcker ihre Backwaren vom Vortag in einer Überraschungstüte für 10 Pfennig angeboten haben! Später dann 50 Pfennig ... eine tolle Sache für Schüler*innen mit kleinem Taschengeld und großem Appetit. Manchmal gab es bis zu neun Kuchen für die Münze! ... und manchmal nur ein oder zwei, ein paar zerdrückte Schaumküsse oder Ähnliches.
Dazu möchte ich hier noch erwähnen, dass auch Obstbaum-Besitzer sich zunehmend an der Rettung von Obst beteiligen, indem sie Selbstpflücker einladen, zum Beispiel über die “zu verschenken” Möglichkeit bei ebay Kleinanzeigen. Danke dafür!

 

Hunde-Röllchen: spielen, überraschen, naschen

Das besondere Hundespielzeug für zwischendurch - einfach, umweltfreundlich & schnell gemacht:
Einfach die Papprolle aus einer Küchenrolle oder Toilettenpapierrolle nehmen, zwei oder drei gut riechende Leckerlis rein tun und die Enden so falten, dass die Öffnungen sicher verschlossen sind. Hund drauf aufmerksam machen und werfen ... er wird sich sicher begeistert über das besondere Stöckchen hermachen. “spielen, überraschen, naschen”.

Das Röllchen kann auch als Verpackung verwendet werden, wenn man es bunt bemalt oder beklebt. Zum Beispiel mit zerfetztem bunten Zeitungspapier.
Mit der richtigen Füllung wird es auch ein kleines Percussion-Instrument:-)

 

Swapping ist das neue Shopping

Das innere Konsumterrormännchen (! sic. nicht: Weibchen!) ist nach meiner Erfahrung ebenso zufrieden, wenn es über Tausch-Aktionen neue Klamotten bekommt statt neu gekaufte. Genau genommen ist bei Klamotten-Tausch-Treffen der Überraschungs- und Jagdeifer sogar manchmal größer, da alle Sachen nur einmal vorhanden sind. Alte Klamotten können sinnvoll und guten Gewissens weiter gegeben werden - und in meinem Kleiderschrank tummeln sich öfters neue Sachen, oder wenigstens für mich neue Sachen. Eine win-win-Situation also. Zumal man nette Menschen trifft und sich an sie erinnert. Nebenbei danken Flüsse, Grundwasser, Tiere und Pflanzen für die Verringerung von Gift-Einträgen. Wie verrückt ist das denn, monatlich neue Kollektionen, ständiges Aussortieren noch guter Sachen? Längst gibt es mehr Altkleider, als aufgebraucht werden können.Last not least schont es den eigenen Geldbeutel. Freie Ressourcen, die in schöne Erlebnisse fließen können!

 

Nagellack als Mal-Utensil

Wieviel Kosmetik wohl sinnlos in den Schränken vertrocknet und schließlich nutzlos entsorgt wird? Sicher ist nicht kaufen die umweltfreundlichere Lösung. Doch wenn schon Farbtöpfchen vorhanden sind, die nicht mehr genutzt werden, kann zum Beispiel Nagellack ein neues Leben als Malutensil aufnehmen: Sowohl als Akzente innerhalb von Acrylbildern habe ich ungeliebte Nagellacke verwendet als auch als Farbe zur Verzierung von Vasen, Blumentöpfen etc. Und das geht so: Ein weißes Objekt, zum Beispiel Vase, ergattern (zum Beispiel auf Online-Verschenk-Börsen) und dann einen ausrangierten Behälter in passender Größe finden. Er muss groß genug sein, dass der gewählte Gegenstand hinein passt oder wenigstens teilweise eingetaucht werden kann. Dann kommt lauwarmes Wasser in den Behälter, darüber einige Tropfen Nagellack. Die Vase o.ä. wird nun hier eingetaucht (Öffnung oben nicht eintauchen!) und hin-und-her-gedreht. Rausnehmen und auf einer dicken Lage Zeitungspapier oder anderer unempfindlicher Ablage trocknen lassen. Achtung: Nichts für Gegenstände, die noch für Lebensmittel genutzt werden sollen!

 

Kreativkultur